Armee der Finsternis

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Armee der Finsternis

Beitragvon horror1966 » 15. Nov 2014 15:20

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Armee der Finsternis
(Army of Darkness)
mit Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert, Ian Abercrombie, Richard Grove, Timothy Patrick Quill, Michael Earl Reid, Bridget Fonda, Patricia Tallman, Ted Raimi, Deke Anderson, Sara Shearer, Bill Moseley
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi / Ivan Raimi
Kamera: Bill Pope
Musik: Joseph LoDuca
FSK 16
USA / 1992

Für den Supermarktangestellten Ashley nimmt der Horror kein Ende: Gerade noch umringt von Dämonen in der Geisterhütte, findet er sich im nächsten Moment auf einer Burg im Mittelalter wieder und soll verängstigte Bürger gegen anrückende Gespenster schützen. Der zunächst wenig begeisterte Amerikaner kann sich dem Drängen eines wohlproportionierten Burgfräuleins nicht erwehren, greift zur bewährten Kettensäge und erklärt dem staunenden Volk ein paar futuristische Tricks. Die Schlacht gerät zum Triumph.


Die "Tanz der Teufel" Trilogie von Sam Raimi zählt wohl eindeutig zum Pflichtprogramm für jeden Horror-Fan und fand 1992 mit dem vorliegenden Teil "Armee der Finsternis" einen absolut gelungenen Abschluss. In einem Zeitraum von insgesamt 11 Jahren wurden dabei drei Filme auf die Menschheit los gelassen, die sich heute längst einen verdienten Kultstatus errungen haben. Tendierte schon der Vorgänger in die Richtung einer Komödie und war mit jeder Menge schwarzhumorigen Passagen bestückt, so reiht sich der Abschluss der Trilogie definitiv im Lager der Horrorkomödien ein. Dabei hat Raimi an dieser Stelle wohl einen der besten Vertreter dieser Gattung geschaffen und ganz nebenbei auch noch etwas Innovation einfließen lassen, denn die Geschichte schickt den guten Ash in die Vergangenheit zurück, wo er sich mit einer ganzen Armee von Untoten auseinander setzen muss. Wie schon in den ersten beiden Teilen ist die Hauptrolle dabei selbstverständlich mit Bruce Campbell besetzt, dem man von der ersten Minute an eine unglaubliche Spielfreude anmerkt. Der Mime hat sichtlich Spaß an dem bunten Treiben und treibt dem Zuschauer durch seine äußerst gelungene Performance und jede Menge markige Sprüche des Öfteren die Tränen in die Augen, wobei allerdings das gesamte Werk durch den grandiosen Humor zu überzeugen weiß.

Witzige Dialoge und teils sehr skurrile Situationskomik stehen hier auf der Tagesordnung, so das extrem kurzweilige Unterhaltung vorprogrammiert ist. Echte Härte oder blutrünstige Szenen sollte man hier allerdings nicht erwarten, denn der Fokus des Geschehens liegt ganz eindeutig auf der witzigen Komponente, die auch durchgehend zum tragen kommt. Wirklich verwunderlich war dieser Aspekt aber schon zur damaligen Zeit nicht, denn schon im fünf Jahre vorher erschienenen "Tanz der Teufel II - Jetzt wird noch mehr getanzt" hat Raimi nicht mehr den Härtegrad erkennen lassen, der das Original so berühmt-berüchtigt gemacht hat. Stattdessen wurde viel schwarzer Humor eingebaut und so eine gelungene Kombination aus Horror und Komödie kreiert, so das man den abschließenden Film durchaus als logische Konsequenz ansehen kann. Wie dem aber auch sei, "Armee der Finsternis" ist ein würdiges Finale und zeigt den guten Herrn Campbell noch einmal in absoluter Höchstform. Sämtliche anderen Akteure dienen im Prinzip nur als notwendige Staffage, denn die Omnipräsenz des Hauptdarstellers überstrahlt einfach alles. Dabei bieten die Schauspieler sehr wohl gute Leistungen an, jedoch ist keine einzige Figur so angelegt, das sie einen großen Stellenwert in den Geschehnissen einnimmt.

Und so kann sich der gute Bruce dann auch so richtig entfalten und austoben, wobei er sich auch gern einmal selbst nicht so ganz ernst nimmt. Gerade dadurch wirkt er aber umso sympathischer und besteht natürlich auch sein letztes Abenteuer. Ein Happy End gibt es jedoch nicht in allen Schnittfassungen des Filmes, was Kenner der Szene unter Garantie auch wissen. So sind beispielsweise in der Euro-Kinofassung und im Director's Cut völlig andere Enden zu sehen, die zugegebenermaßen beide etwas sehr Reizvolles haben. In dieser Beziehung entscheidet natürlich der persönliche Geschmack, was allerdings am überragenden Gesamteindruck des Werkes überhaupt nichts ändert. Selbst die aus heutiger Sicht eher altbackenen und manchmal schon eher witzigen Effekte kann man keinesfalls als negativ ankreiden, verleihen sie dem Ganzen doch viel eher einen unglaublichen Liebreiz und Charme, dem man sich als Fan unmöglich entziehen kann. Es ist auch heute noch ein wunderbares Erlebnis, den guten Ash im Kampf gegen die untoten Knochenmänner zu beobachten, denn vor allem während der legendären Schlacht gegen "Die Armee der Finsternis" bleibt kein Auge trocken.

Insgesamt gesehen handelt es sich also um einen fast perfekten Abschluss einer der besten Trilogien des Genres, die nicht ohne Grund ihren absoluten Kultstatus verdient hat. Das ist hauptsächlich Campbell und Raimi zu verdanken, denn während der erstgenannte Herr durch diese Film-Reihe zu den absoluten Stars im Horror-Genre aufstieg, hat der Regisseur durch Witz, Innovation und viel Abwechslung echte Kreativität gezeigt. Was mit einem heute noch berüchtigtem und harten Horrorfilm begann, entwickelte mit der Zeit eine Menge Humor und endete in einem nahezu genialen Abschluss, in dem sich der Horrorfilm und die Komödie endgültig die Hand gegeben haben.


Fazit:


Für mich persönlich zählt "Armee der Finsternis" zu den besten Horrorkomödien aller Zeiten und bietet auch nach einem Vierteljahrhundert immer noch beste und kurzweilige Unterhaltung. Im Grunde genommen kann man diesem Werk auch ohne Weiteres den Status eines zeitlosen Klassikers anheften, denn die hier erzählte Geschichte wird auch nach der hundertsten Sichtung niemals langweilig.


9/10
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Re: Armee der Finsternis

Beitragvon horror1966 » 3. Feb 2017 22:25

Kritik eingefügt
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horror1966
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