Another American Crime

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Another American Crime

Beitragvon horror1966 » 16. Jan 2014 18:18

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Another American Crime
(The Afflicted)
mit Leslie Easterbrook, Kane Hodder, J.D Hart, Michele Grey, Katie Holland, Daniel Jones, Cody Allen, Matthew M. Anderson, Constance Collins, Anthony Garner, Anthony Osment, Ron Stafford, Tammy Trull
Regie: Jason Stoddard
Drehbuch: Jason Stoddard
Kamera: Lee Dashiell
Musik. Keine Information
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Maggie ermordet im Affekt ihren Ehemann und lässt seine Leiche verschwinden. Mit der Erziehung der vier Kinder auf sich alleine gestellt, erbaut sie eine nach außen glücklich erscheinende Familienidylle, die in Wirklichkeit jedoch von Angst und Schmerz geprägt ist. Getrieben von der gestörten religiösen Überzeugung im Namen Gottes zu handeln, fängt sie an, ihre Kinder unvorstellbar zu misshandeln. Dem sadistischen Wahnsinn der eigenen Mutter hilflos ausgeliefert, beginnt für die Kinder ein Leidensweg, der direkt in die Hölle führt und nur durch den Tod ein Ende zu finden scheint...


Angelehnt an den wahren Fall der Theresa Knorr erzählt der Film eine Geschichte, die man als Zuschauer im ersten Moment eigentlich nicht glauben möchte. Thematisch ähnlich gelagert wie "An American Crime" oder "Jack Ketchum's Evil" handelt es sich auch hier um ein familiäres Szenario, das einem tief unter die Haut geht und dabei einen sehr bitteren-und nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Es ist der religiöse Fanatismus einer Mutter (Leslie Easterbrook), der mit zunehmender Laufzeit in den puren Wahnsinn abgleitet und dabei extremste Züge erkennen lässt, die man kaum in Worte fassen kann. Leicht verwundert bin ich persönlich über die eher negativen Bewertungen dieses Regie-Erstlings von Jason Stoddard, hat der gute Mann doch ein waschechtes Horror-Drama geschaffen, das einem streckenweise eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Einerseits ist dies auf jeden Fall dem glänzenden Schauspiel von Leslie Easterbrook zu verdanken, die den Part der vollkommen wahnsinnigen Mutter glänzend darstellt. Andererseits ist es die Thematik des Filmes, die zwar nicht unbedingt durch explizite Gewaltdarstellungen ihre Schockwirkung entfaltet, aber dennoch äußerst brutal auf den Betrachter einwirkt.

Was soll man von einer Mutter halten die erst ihren Mann tötet und danach ihre Kinder in jeder erdenklichen Form peinigt und demütigt? Diese Frage stellt man sich nicht nur einmal während der gut 80 Minuten Laufzeit, ohne dabei am Ende jedoch auch nur annähernd eine Antwort zu finden. Vielmehr steht man die ganze Zeit über zu sehe unter Schock, denn das Geschehen eröffnet einem ein Familienleben, das dieser Beschreibung in jeder Weise spottet. Das Verhalten der Mutter gerät immer mehr außer Kontrolle, aus anfänglichem Fehlverhalten gegenüber ihren Kindern entwickelt sich in kurzer Zeit eine Gewaltspirale, die durch nichts mehr aufzuhalten ist. Immer mehr eskaliert die häusliche Gewalt und der hohe Alkohol-Konsum der Mutter lässt sämtliche Hemmungen verschwinden. Sie zwingt ihre Töchter zur Prostitution und selbst der Einsatz von Schuss-Waffen gehört zum Repertoire des Familien-Oberhauptes. Sicherlich kann man sich während der Abläufe an manchen Punkten die Frage stellen, warum die Kinder nicht früher etwas gegen ihre Unterdrückerin unternommen haben, doch wenn man sich die Situation einmal genau vor Augen hält, erübrigt sich die Frage von ganz allein.

Möglichkeiten hätte es so einige gegeben und dennoch wird es wohl noch ein Rest von Liebe gewesen sein, der die Kids von Gegenmaßnahmen abgebracht hat. Und so kommt es letztendlich auch zu Todesfällen unter den Geschwistern, die psychische Wirkung des Filmes wird immer intensiver und wirkt auf einen selbst wie ein Schlag in die Eingeweide. Man wird dabei wirklich an die Grenzen seiner Vorstellungskraft gebracht, da man sich gar nicht vorstellen möchte, das eine Mutter ihren Kindern die hier dargestellten Dinge antun könnte. Und so zählt "Another American Crime" dann auch ganz sicher zu den Geschichten, die ihren Härtegrad nicht durch viel Blut offenbaren, sondern sich vielmehr im Kopf des Betrachters festsetzen, für den die Andeutungen diverser Dinge schon vollkommen ausreichend sind. Qualitätsmäßig kann das Werk zwar nicht ganz an die weiter oben genannten Filme heranreichen, aber dennoch wird man mit einem Szenario konfrontiert, das man nicht so schnell vergessen wird. Bekommt man doch die tiefsten Abgründe einer menschlichen Seele präsentiert und erlebt dabei eine immer weiter ausufernde Gewaltspirale, die letztendlich in einem mehr als nur tragischem Schluss endet, der einen mit einem sehr schalen Beigeschmack aus dieser Geschichte entlässt und den man erst einmal verdauen muss.

Jason Stoddard hat meiner Meinung nach ein intensives-und schockierendes Regie-Debüt abgeliefert, das man nicht einfach so an sich vorbeiziehen lassen sollte. Im Prinzip hat der Film die Wirkung eines Auto-Unfalls, denn man möchte gar nicht so wirklich hinschauen, kann sich aber der grausamen Faszination des Geschehens nur schwerlich entziehen. Eine sehr gut aufgelegte Hauptdarstellerin und eine gut umgesetzte Thematik sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das man sicherlich nicht so schnell wieder vergisst. Am liebsten würde man sich dabei einreden das es sich nur um eine fiktive Geschichte handelt, doch die Anlehnung an einen wahren Fall belehrt einen eines Besseren.


Fazit:


Fassungslos muss man mit ansehen, wie eine Mutter immer mehr dem Wahnsinn verfällt und dabei ihre gesamte Familie ins Unglück stürzt. Ihr Verhalten gegenüber den Kindern ist dabei so abstoßend und kalt, das man es kaum glauben möchte. Die Eskalation der Ereignisse ist schockierend und trifft einen mit der Wucht eines Keulenschlages. Das Ende der Story setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf und ist dermaßen bitter, das es in einem selbst die kalte Wut aufsteigen lässt.


7/10
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