Alien: Covenant

Horrorfilme aus den USA, Süd-und Mittelamerika

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Alien: Covenant

Beitragvon DriesVanHegen » 18. Mai 2017 11:53

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www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Originaltitel: Alien: Covenant
Herstellungsland: USA, Australien, Neuseeland, Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2017
Regie: Ridley Scott

Inhalt:
Die Besatzung eines Kolonisationsraumschiffes empfängt auf ihrem Flug ein Signal und folg diesem auf einen bisher unbekannten Planeten.

Meinung:
Zu den ALIEN-Filmen gehören dunkle Korridore und Raumschiffgänge einfach dazu, wie der Facehugger in's Ei. Die Klaustrophobie und einsame Hilflosigkeit, die sich 1979 treffend durch den Slogan "Im Weltraum hört dich niemand schreien" versinnbildlichen ließ (aber mit ALIEN³ ihren absoluten Höhepunkt erreichte), stellt, neben den effizient tödlichen Xenophorms, einfach das Markenzeichen des Franchise dar.

PROMETHEUS hat 2012 mit diesem Konzept gebrochen und neben dem Schritt heraus aus den düsteren Gängen gleich noch das inhaltliche Blickfeld erweitert. Ging es zuvor am offensichtlichsten und schlussendlich immer um das nackte Überleben, versuchte man bei PROMETHEUS Evolution, Philosophie und gleich die Schöpfung selbst abzuhandeln. Die Kritik hat es jedoch weniger gedankt und wie Scott selbst sagte, wurde die Sehnsucht nach den klassischen Aliens stark unterschätzt.

Mit ALIEN: COVENANT wird weiterhin diese Richtung beibehalten, doch wie es der Titel dieses Mal schon nahelegt, befriedigt Scott eben jene Sehnsucht. Die Handlung knüpft dabei nahtlos (was sind schon 10 Jahre) an das Ende von PROMETHEUS an. Das Raumschiff Covenant ist mit tausenden Kolonisten und Embryos im Cryoschlaf und einer Bordbesatzung von 15 Leuten auf der Reise zum Planeten Origae-6, um diesen neu zu besiedeln. Durch einen Zwischenfall wird die Crew jedoch Jahre vor der Ankunft aus dem eigenen Hyperschlaf gerissen und verliert sogleich ihren Captain (äußerst unscheinbarer Cameo). Zufällig wird während der Reparaturarbeiten ein Funkspruch aufgeschnappt, der von einem bisher übersehenen und vielversprechenderen Planeten als Origae-6 gesendet wird. Kurzerhand beschließt die Crew, den Planeten mittels Expeditionstrupp auf seine praktische Tauglichkeit zu überprüfen...

So herkömmlich, oder nennen wir es lieber klassisch, die Handlung sich präsentiert, hat Scott den Film auch fortführend entworfen. Während sich die erste Hälfte noch gleich PROMETHEUS an der weiten unbekannten und doch vertrauten Landschaft weidet und mit wunderbaren Panoramen (wolkenverhangenes Neuseeland) punktet, wird im späteren Verlauf auf die eingangs erwähnten Korridore und Gänge umgeschwenkt. So löblich dieser Schritt hin zu Düsternis und Enge ist, solch eine bedrückende Atmosphäre wie in ALIEN kann Scott leider kein zweites Mal kreieren.

Geschuldet ist dies dem viel zu aufgeblasenen Ensemble. Anstelle sich auf wenige, dafür ausführlich beleuchtete Figuren verlassen, werden einem (ganz im Stile der HOBBIT-Trilogie) viel zu viele Personen vorgeworfen, die sich bis auf wenige Ausnahmen als blass, austauschbar und - natürlich - absehbares Kanonenfutter darstellen. So nebensächlich die Figuren aufgrund ihrer großen Anzahl auch erscheinen, Scott hat sich durchaus einige aus Serien und anderen Filmproduktionen bekannte Gesichter an Bord der Covenant geholt. Michael Fassbender, Katherine Waterston und Danny McBride verschaffen innerhalb des Auflaufs aber dennoch Abhilfe und können eine gewisse emotionale Bindung herstellen beziehungsweise mit Individualität überzeugen. Vor allem Fassbender zeigt zum wiederholten Male, dass er ein begnadeter Darsteller ist. Entgegen sonstiger schauspielerischer Anforderungen an Mimik und Gestik schafft er es mittels Worten seine Figur(en) tadellos zu verkörpern und ihr Innerstes zu verdeutlichen. Katherine Waterston als Daniels ruft vor allem gegen Ende freudige Erinnerungen an eine gewisse Ripley hervor, wenn sie verschwitzt im grauen Unterhemd den Kampf gegen das Monster aufnimmt.

Überhaupt sind die Anleihen klassischer ALIEN-Tugenden zwar dezent gesetzt, sorgen aber für ein nostalgisches Grinsen. So ist es eine Überraschung, dass Jerry Goldsmiths originale Melodie aus den Lautsprechern dringt oder sich der Titel ALIEN: COVENANT auf die mysteriöse Art und Weise Strich um Strich zusammensetzt, wie man es noch aus dem Jahr 1979 kennt. Und natürlich feiern endlich die geliebt-gefürchteten Facehugger und Xenomorphs ihre Rückkehr beziehungsweise ihren chronologisch betrachtet ersten Auftritt.

Als Kenner des Franchise weiß man, aus dem Nichts entstehen diese Biester nicht und so halten natürlich auch überaus sehenswerte Geburtsszenen ihren Einzug. Die Effekte geben über den Großteil ihres Einsatzes eine überzeugende Figur ab und bilden eine Mischung zwischen good old practical effects und angesagtem CGI. Wobei die ausgewachsenen Aliens doch etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen - ein Darsteller im Anzug oder eine mechanische Puppe erscheint authentischer und bedrohlicher als ein butterweich animiertes Monstrum. Die Action steht COVENANT gut zu Gesicht, ist in den ersten Auseinandersetzungen jedoch recht hektisch und laut inszeniert, besinnt sich später aber seines etwas subtileren Ursprungs, diese Tendenz hätte ruhig noch mehr ausgebaut werden können. Suspense steht der Reihe besser als Getöse. Trotzdessen ist die erste längere Kampfsequenz in all ihrer Hektik eine packende Entfesselung des blanken Terrors: die für die Crew unbekannten Wesen haben ihren ersten Auftritt und es darf panisch geschrien und gekämpft werden. Scott hat es auch nicht verschlafen, seinem neuesten Streich eine angenehme Härte mit auf den Weg zu geben.

Scott hievt mit ALIEN: COVENANT seine ursprüngliche Terror-Vision aus dem alten hinein in's neue Jahrtausend. Alles ist ein wenig schneller, gewalt(tätig)er, pompöser und bombastischer. Gleichzeitig gelingt es ihm er aber, sich alten Tugenden zu besinnen und trotzdem den von PROMETHEUS vorgezeichneten Weg um eine philosophische Handlung weiter zu beschreiten und auszubauen.
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon MiamiVIP » 30. Mai 2017 22:53

Grad ausm Kino raus.

Total gegen die Wand gefahren. Der Film ist zäh, unspannend, vorhersehbar, bietet nichts neues und hat außer Fassbender im Cast auch wieder nichts zu bieten (letzteres war aber so oder so zu erwarten). Letztendlich klaut Ridley Scott noch bei sich selbst, in dem er 2 entscheidene Faktoren in etwas abgewandelter Form von 1979 wieder durchzieht!?
Nichtmal das Setting im Raumschiff funktioniert. Hochglanzpoliert und alles funkelt, blinkt und flimmert wie auf dem Weihnachtsmarkt. Die "Aliens" flitzen auf Magic Mushrooms gedopt umher und splattern einfach drauf los - Ganz auf die Hipster Kultur zugeschnitten. Keine Klaustrophobie, keine düstere Enge, NICHTS!
Aber der absolute Super Gau ist diese völlig schwachsinnige Story. Darauf will ich aber garnicht mehr weiter eingehen, denn ich könnte gerade kotzen und die 7 Leuts die mit im leeren! Saal gesessen haben, waren der gleichen Ansicht, was ich so mitbekommen habe...
Damit dürfte das Franchise wohl endgültig an die Wand gefahren worden sein. Was ein Schrott!

DriesVanHegen hat geschrieben:...aber mit ALIEN³ ihren absoluten Höhepunkt erreichte...


Du solltest dringend dein Bier wechseln. :shock:
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon DriesVanHegen » 31. Mai 2017 10:20

ALIEN³ ist atmosphärisch der Beste :P
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon MiamiVIP » 1. Jun 2017 07:24

Das sagst du so in deinem jugendlichen Leichtsinn. :mrgreen:
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon DriesVanHegen » 1. Jun 2017 09:30

Ich setze noch einen drauf: ALIENS ist absolut überhyped :mrgreen:
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon horror1966 » 1. Jun 2017 10:36

DriesVanHegen hat geschrieben:Ich setze noch einen drauf: ALIENS ist absolut überhyped :mrgreen:



Frechheit, das ist der beste Film von allen, aber auch Alien 3 ist richtig gut, vor allem in atmosphärischer Hinsicht.
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon MiamiVIP » 1. Jun 2017 17:09

horror1966 hat geschrieben:Frechheit, das ist der beste Film von allen, aber auch Alien 3 ist richtig gut, vor allem in atmosphärischer Hinsicht.


Das würde ich jetzt so nicht unterschreiben. Atmosphärisch kommt ans Original nichts ran. Teil 2 überzeugt eher auf anderer Ebende, weshalb ich beide für absolut ebenwürdig halte, aber da bleibt es dann auch Geschmackssache, welcher wessen Favorit ist. Ich mag beide gleich gern.
Teil 3 hingegen ist beiden deutlich unterlegen, alles andere ist Blasphemie. :P
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon dude-1984 » 1. Jun 2017 20:32

MiamiVIP hat geschrieben:Grad ausm Kino raus.

Total gegen die Wand gefahren. Der Film ist zäh, unspannend, vorhersehbar, bietet nichts neues und hat außer Fassbender im Cast auch wieder nichts zu bieten (letzteres war aber so oder so zu erwarten). Letztendlich klaut Ridley Scott noch bei sich selbst, in dem er 2 entscheidene Faktoren in etwas abgewandelter Form von 1979 wieder durchzieht!?
Nichtmal das Setting im Raumschiff funktioniert. Hochglanzpoliert und alles funkelt, blinkt und flimmert wie auf dem Weihnachtsmarkt. Die "Aliens" flitzen auf Magic Mushrooms gedopt umher und splattern einfach drauf los - Ganz auf die Hipster Kultur zugeschnitten. Keine Klaustrophobie, keine düstere Enge, NICHTS!
Aber der absolute Super Gau ist diese völlig schwachsinnige Story. Darauf will ich aber garnicht mehr weiter eingehen, denn ich könnte gerade kotzen und die 7 Leuts die mit im leeren! Saal gesessen haben, waren der gleichen Ansicht, was ich so mitbekommen habe...
Damit dürfte das Franchise wohl endgültig an die Wand gefahren worden sein. Was ein Schrott!

DriesVanHegen hat geschrieben:...aber mit ALIEN³ ihren absoluten Höhepunkt erreichte...


Du solltest dringend dein Bier wechseln. :shock:



direkt mitn saufen aufhörn! :mrgreen:
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Re: Alien: Covenant

Beitragvon DriesVanHegen » 2. Jun 2017 09:30

Dann wäre es ja langweilig :mrgreen:
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