Streetfighters

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Streetfighters

Beitragvon horror1966 » 1. Mai 2017 19:55

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Streetfighters
(Vigilante)
mit Robert Forster, Fred Williamson, Richard Bright, Rutanya Alda, Don Blakely, Joseph Carberry, Willie Colón, Joe Spinell, Carol Lynley, Woody Strode, Vincent Beck
Regie: William Lustig
Drehbuch: Richard Vetere
Kamera: James Lemmo
Musik: Jay Chattaway
ungeprüft
USA / 1983

Als selbständiger Elektriker hat sich Eddie im New Yorker Stadtteil Queens eine bescheidene Existenz aufgebaut. Er glaubt fest daran, dass Recht und Gesetz in seiner Stadt die Bürger vor Terror und Gewalt schützen. Er glaubt es auch noch an dem Tag, an dem sein kleiner Junge erschossen und seine Frau zum Krüppel geschlagen wird. Als aber der gleichgültige und überlastete Richter mit dem Verteidiger des Bandenchefs einen billigen Geständnishandel abschließt und den Schuldigen laufen lässt, zerbricht sein Traum von "Gerechtigkeit". Zusammen mit den "Street Fighters", einer Bürgerwehr im Untergrund, jagt er die Mörder und zieht sie zur Rechenschaft.


Nach seinen Anfängen im Hardcore-Bereich und dem fast schon legendären "Maniac" aus dem Jahr 1980 legte William Lustig drei Jahre später "Vigilante" vor und schuf damit einen weiteren sehenswerten Beitrag der 80er Jahre, den man sich auch heute noch immer wieder gern anschaut. Es handelt sich dabei um einen gelungenen Actioner mit deutlichen Anleihen des Dramas, in dem aber ganz eindeutig die Elemente des Selbstjustiz-Thrillers im Vordergrund stehen. Man muss kein Genie sein um zu erkennen, das die Geschichte sich relativ stark an der "Death Wish" Reihe orientiert und dennoch unterscheidet sich Lustigs Geschichte in einigen Punkten ganz erheblich von anderen Genre-Kollegen. So sind beispielsweise die vorhandenen Klischees in vorliegendem Fall besonders ausgeprägt und lassen so die Ereignisse ganz bewusst in einem äußerst überspitzten Licht erstrahlen. Es wird größtenteils der Eindruck vermittelt das sowohl die Polizei als auch Anwälte und Richter nicht nur vollkommen die Kontrolle über das Verbrechen verloren haben, sondern ganz augenscheinlich auch mit einer kaum zu erklärenden Gleichgültigkeit auftreten, die man ohne Weiteres als Einladung für jeden Verbrecher auslegen kann. Sicher, Korruption steht natürlich auch hier auf der Tagesordnung, dennoch hat Lustig die Ereignisse mit einem fast schon makaberen Anstrich versehen, das größtenteils ein gutes Stück an Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. Stellvertretend dafür steht bestimmt die im Film gezeigte Gerichtsverhandlung, die auch gut und gern in jeder Komödie ihre Berechtigung gehabt hätte.

Das mag nicht jedem gefallen, aber gerade diese extrem zynische Seite an "Vigilante" passt irgendwie ganz hervorragend in das Gesamtbild, ebenso weiß die äußerst klischeehafte Zeichnung der Street-Gangs zu gefallen. Scheinbar völlig emotionslos gehen die Mitglieder ihrem sogenannten Tagwerk nach und schrecken dabei noch nicht einmal davor zurück, auch unschuldige kleine Kinder völlig grundlos zu erschießen. Diese Eiseskälte überzieht dann auch den Zuschauer mit einer echten Gänsehaut, denn obwohl das Ganze wie schon kurz erwähnt vollkommen überzogen dargestellt wird, hinterlassen solche Taten spürbare Spuren. In einem selbst steigt eine unbändige Wut auf und wie nicht anders zu erwarten, schlägt man sich mit seiner Sympathie ganz unwillkürlich auf die Seite der "Streetfighter", die durch die Untätigkeit der Behörden quasi dazu verdammt sind, das Recht und die Gerechtigkeit in die eigenen Hände zu nehmen.

Dieser Aspekt zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch die gesamte Erzählung und ganz egal wie man zu der Thematik der Selbstjustiz stehen mag, vom menschlichen Standpunkt aus gesehen kann man die Handlungen der "Streetfighter" auf jeden Fall nachvollziehen. Man erfährt dabei fast eine Art von Ohnmacht und fühlt sich dabei ebenso hilflos wie der Polizei-Apparat im vorliegenden Szenario und es gibt einen äußerst einprägsamen Satz innerhalb der Geschichte, der dieses auch perfekt zum Ausdruck bringt. „Ein Verbrecher ist normalerweise schneller aus dem Knast wieder raus als sein Opfer aus dem Krankenhaus!“, heißt es da an einer Stelle und mit diesen wenigen Worten wird das Treiben in "Vigilante" absolut perfekt zum Ausdruck gebracht. Verbrecher und Mörder haben praktisch Narrenfreiheit und die Opfer müssen es regelrecht über sich ergehen lassen, das ihre Leben ohne jegliche Konsequenzen für die Täter völlig zerstört werden. Gerechtigkeit hat hier keine Chance und kann lediglich dann zum Vorschein kommen, wenn man das Gesetz in die eigenen Hände nimmt. Diese Botschaft steht ganz klar im Fokus des Geschehens und selbstverständlich ist eine solche Message ein absolut zweischneidiges Schwert. Natürlich darf es nicht so sein das jeder selbst für Gerechtigkeit sorgt, doch wenn die dafür verantwortlichen Stellen dermaßen versagen wie in diesem Szenario, dann kann man zumindest Verständnis für die Rächer der Straße haben.

Ganz augenscheinlich wollte William Lustig mit diesem Film provozieren und das ist ihm auch extrem gut gelungen. Ein Werk wie "Vigilante" dürfte definitiv zu kontroversen Diskussionen anregen, denn trotz unzähliger Klischees und den ansonsten handelsüblichen Zutaten hebt sich diese Erzählung durch ihre provokante Inszenierung ein wenig von ähnlich gelagerten Vertretern ab. An einigen Stellen kann man eventuell sogar zu der Meinung gelangen, das es sich um eine Art Persiflage auf den Selbstjustiz-Thriller handelt, denn die bewusst skurril und überzogen ins Bild gesetzte Gleichgültigkeit der entsprechenden Behörden erscheint zynisch und sarkastisch, hinterlässt aber auch gleichzeitig einen ganz üblen Nachgeschmack beim Betrachter. Letztendlich hinterlässt das Werk dann auch einen sehr zwiespältigen Eindruck und stimmt einen äußerst nachdenklich. Genau das wollte der Regisseur wohl auch erreichen und dieses Unterfangen ist ihm dann auch besonders gut gelungen. "Vigilante" wird sicherlich die Meinungen spalten, ist aber auf jeden Fall ein sehenswerter Beitrag zur Selbstjustiz-Thematik, den man gesehen haben sollte.


Fazit:

"Vigilante" kann bestimmt nicht mit den ersten beiden Teilen der "Death Wish" Reihe mithalten, serviert jedoch nachdenklich stimmende Filmkost, die ganz offensichtlich bewusst überspitzt in Szene gesetzt wurde. Ganz egal wie man über diese Geschichte denkt, an Reiz und grausamer Faszination hat sie in den vergangenen Jahrzehnten nichts eingebüßt, so das eine neuerliche Sichtung immer wieder lohnenswert ist.


7/10
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horror1966
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Re: Streetfighters

Beitragvon horror1966 » 2. Mai 2017 14:02

Kritik ist drin.
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Re: Streetfighters

Beitragvon dude-1984 » 2. Mai 2017 20:00

heutzutage bräuchte man mal paar streetfighters damit ruhe is mitn gesockse! :mrgreen:

film is jut

8/10
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dude-1984
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