Snake Eater

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Snake Eater

Beitragvon horror1966 » 23. Okt 2017 14:06

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Snake Eater
(Snake Eater)
mit Lorenzo Lamas, Josie Bell, Robert Scott, Ronnie Hawkins, Cheryl Jeans, Larry Csonka, Ben DiGregorio, Mowava Pryor, Bob Piedalve, Barry Minshull, Matthew Mabe
Regie: George Erschbamer
Drehbuch: Michael Paseornek / John Dunning
Kamera: Glen MacPherson
Musik: John Massari
ungeprüft
Kanada / USA / 1989

Eine Schar wahnsinniger Freaks überfällt eine ahnungslose Urlaubsfamilie. Sie töten die Eltern und entführen die junge Jennifer, die Schwester… Jack Hellys. Jack, genannt Soldier, war einst ein Mitglied der gefürchteten "Snake Eater", der Schlangenfresser. Sie waren das am besten ausgebildete Marinecorps der US-Army, tödliche Kampfmaschinen. Diese Männer zum Feind zu haben, gleicht einem Todesurteil. Und einer dieser Elitekämpfer macht sich auf den Weg. Gefährlich wie ein Bluthund und blind vor Rache folgt er den Entführern seiner Schwester in die unendlichen Wälder...


In den 80er Jahren hatte der B-Actionfilm absolute Hochkonjunktur und brachte dabei so manchem Mimen jede Menge Lorbeeren ein. Ikonen wie Steven Seagal, Jean-Claude Van Damme oder auch Chuck Norris waren die Gesichter des Genres und versammelten eine riesige Fan-Gemeinde um sich. Etwas anders verhielt es sich bei Vielfilmer Lorenzo Lames der mit seinen Actionfilmen zwar nie zur ersten Kategorie zählte, sich aber dennoch einer gewissen Beliebtheit erfreute. Nach einigen eher unbekannten Filmen und etlichen Serienrollen war der vorliegende Beitrag "Snake Eater" einer seiner ersten und bekanntesten Genre-Filme, der auch gleichzeitig den ersten Teil einer Trilogie darstellt. Regisseur George Erschbamer setzt bei seiner Erzählung auf das nur zu gern verwendete Rachemotiv und möchte seine Hauptfigur nur zu gern als tödliche Kampfmaschine darstellen. Dieser Versuch gelingt allerdings nur recht bedingt, denn ehrlich gesagt kann man Lamas den Ex-Elitesoldaten nur schwerlich abnehmen. Rein optisch gesehen erscheint er zwar geradezu perfekt für eine solche Rolle, jedoch scheitert das Vorhaben dann spätestens bei den kämpferischen Fähigkeiten des guten Mannes, die sich nämlich als äußerst eingeschränkt darstellen.

Damit ist man auch gleich beim größten Manko des Filmes, denn ganz generell fällt die vorhandene Action ziemlich bescheiden aus. Die enthaltenen Nahkämpfe wirken recht bieder und antiquiert, zudem ist die Geschichte auch nicht sonderlich mit entsprechenden Szenen ausgestattet. Für einen Actionfilm hält man sich in dieser Beziehung nämlich stark bedeckt und legt das Hauptaugenmerk vielmehr auf einen trashigen Anstrich des Szenarios, denn dieser ist beim besten Willen schwerlich zu übersehen. So ist Hautdarsteller Lamas zwar durchgehend sehr bemüht die coole Kampfmaschine darzustellen, nur wirkt das Ganze größtenteils eher aufgesetzt und stark gekünstelt. Zieht man hier einmal den Vergleich zu einem Seagal oder Van Damme zu dieser Zeit, dann liegen wirklich ganze Welten dazwischen. Nun zählen diese Herren ja bei den schauspielerischen Fähigkeiten auch nicht unbedingt zu den größten ihrer Zunft, waren jedoch auf das Genre bezogen nahezu der Inbegriff des kampferprobten Einzelkämpfers. Dieser Eindruck entsteht bei Lorenzo Lamas eher weniger, stattdessen agiert der gute Mann stellenweise ein wenig unbeholfen und staksig, was allerdings auch jederzeit auf den Rest der relativ unbeholfenen Darsteller-Riege zutrifft.

Insbesondere fällt dieser Aspekt bei den gegnerischen Hillbillies auf, die aber gerade aufgrund diverser darstellerischer Defizite eine Menge Charme versprühen. Bei ihren Auftritten steigt der Trash-Faktor enorm in die Höhe und sorgt so für jede Menge Kurzweil beim Betrachter. Unterhaltsam ist "Snake Eater" nämlich trotz etlicher filmischer Defizite auf jeden Fall, dafür sorgen allein schon die vielen dümmlichen Dialoge und extrem unlogische Verhaltensweisen der Protagonisten. Ob George Erschbamer ganz bewusst auf diese Schiene gesetzt hat entzieht sich meiner Kenntnis, allerdings passen diese Dinge ganz ausgezeichnet in das gewonnene Gesamtbild. Und dieses fällt trotz-oder gerade wegen der angesprochenen Mängel ziemlich gut aus, wenn man denn eine gewisse Vorliebe für trashige B-Actionkost sein Eigen nennt.

Letztendlich ist "Snake Eater" alles andere als ein Überflieger, dennoch dürfte sich der Film zumindest bei einer ganz bestimmten Zielgruppe einer großen Beliebtheit erfreuen. Mit etwas mehr ernst zu nehmenden Action-Passagen wäre weitaus mehr drin gewesen, aber auch in der vorliegenden Form kann man sich das Werk in regelmäßigen Abständen immer wieder gut anschauen. Man sollte das Szenario nur nicht zu ernst nehmen und von Beginn an mit der richtigen Erwartungshaltung an die Story heran gehen, dann wird man am Ende auch nicht enttäuscht. Warum der Film allerdings als ungeprüft eingestuft wurde ist absolut schleierhaft, denn wirklich hart geht es hier nicht zur Sache. Bis auf einige etwas blutigere Schießereien gibt es nichts zu sehen und das ist nach heutigen Maßstäben auf keinen Fall ausreichend, um diese hohe Einstufung irgendwie zu rechtfertigen.


Fazit:


Lorenzo Lamas war eigentlich nie die Action-Ikone die er gern sein wollte, aber dennoch sind seine Filme auf eine gewisse Art unterhaltsam. Das trifft auch auf diesen ersten Teil der "Snake Eater Trilogie" zu der trotz aller filmischer Defizite ind die Kategorie "Gute Laune Film" einzuordnen ist,


7/10
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Re: Snake Eater

Beitragvon MiamiVIP » 24. Okt 2017 09:46

Hab die Reihe nur noch waage in Erinnerung. Zumindest der Erste war ansehnlich. Fürn Kauf hats aber nie gereicht. Müsste mal ne Neusichtung her.
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Re: Snake Eater

Beitragvon MiamiVIP » 25. Okt 2017 11:17

Hab den Film gestern tatsächlich nochmal beäugt. Das ganze is ein brachialer Thrash Mix aus Hillbilly/Backwood Streifen ala "Muttertag" oder "Beim Sterben ist jeder der Erste" meets "Rambo 1."
Da meine letzte Sichtung bestimmt schon 10 Jahre oder länger her war, stelle ich heute erstmal fest, wie thrashig Snake Eater wirklich war/ist. Wenn mans nicht besser wüsste, hätte diese Unke auch aus Italien stammen können, :P allerdings wäre sie dann niemals so unterhaltsam wie das vorliegende Werk.
Über die strunzdoofen Hinterwäldler kann man eigentlich über die komplette Laufzeit nur grinsen. Das so dermaßen hohle auftreten kann eigentlich nicht ernst gemeint sein. Ebenso wie sich die Herrschaften mehr oder weniger alle selbst durch ihre Dummheit um die Ecke bringen.
Der Brüller ist ja schon das "Junior" mindestens 5,6,7 mal zu der Ollen in die Hütte rennt und jedesmal beim Fummeln undkurzvormvergegewaltigen von irgendeinem anderen Trottel unterbrochen wird. :D Sei es von den bekloppten Brüdern, Cousins oder seiner eifersüchtigen Gesichtskirmes, welche Beschreibung wohl auch abstandslos auf den Rest des komischen Familien Clans zutrifft.
So richtig SCHEIßE ist auch die Bar Klopperei, denn der "Zahnarzt" verhält sich noch ne Stange Dümmer als sämlichte Hillbillys. Vorallem die Hackfresse - zum schießen. :mrgreen:
Der größte Witz in Snake Eater ist allerdings sein Hauptdarsteller. Lorenzo Lamas soll einen typischen 80er Jahre Action Held im Stile von Rambo verkörpern. Doch seine Rolle ist eher auf einer Parodie dessen aufgezogen. Dämliche, ja fast schon peinliche One Liner am Fließband und "in Action" sieht der Herr zu 50% einfach nur peinlich aus, weil er mindestens ebenso viel am Boden liegt oder sonst wie überrumpelt wurde.
Knaller: Lamas rauscht mit seinem Böötchen heran, springt an Land, rennt Rambo Like , mit Kopftuch, Wumme + der "Jetzt mache ich euch alle Platt Mimik" den Wald hinauf und hängt im nächsten Moment in ner Bärenfalle. :lol27:
Und so parodiemäßig wie die Rolle von Lorenzo Lamas, ist im Grunde auch der ganze Film. Man könnte hier noch unmengen an weiteren saudummen, aneinander gereiten Szenen erwähnen. Snake Eater ist totaler Sondermüll, der aber im Gegensatz zum herkömmlichen Sondermüll aus Italien wirklich mal kurzweilig spaß bereitet. Für das heimische Regal reicht der Schund natürlich zu keiner Zeit, aber als Lückenfüller für zwischendurch, kann man sich Snake Eater durchaus mal ansehen. 4/10
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