Silent Assassin

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Silent Assassin

Beitragvon horror1966 » 11. Mai 2014 11:16

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Silent Assassin
(Dong-chang-saeng)
mit Seung Hyun Choi, Ye-ri Han, Ho-bin Jeong, Sung Ha Jo, Sun-kyung Kim, Yoo-Jeong Kim, Ju-shil Lee, Ji-il Park, Seong-Woong Park, Je-mun Yun
Regie: Hong-soo Park
Drehbuch: Soo-young Kim
Kamera: Gi-tae Kim
Musik: Hyung-woo Noh
FSK 16
Südkorea / 2013

Um seine Schwester aus einem Internierungslager zu retten, beschließt der junge Myung-hoon widerwillig, in den Dienst seines nordkoreanischen Vaterlandes zu treten. Nach 2 Jahren harten Trainings wird er nach Südkorea entsandt, um dort unerkannt abtrünnige Spione und Feinde des Regimes zu töten. Seine Tarnung als gewöhnlicher Highschool-Schüler droht aufzufliegen, als der gegnerische Geheimdienst auf seine Spur kommt. Nichtsdestotrotz führt Myung-hoon unbeirrt seine Aufträge fort, in der Hoffnung, seine Schwester bald wiedersehen zu können. Dabei weiß er ganz genau: Seine Chancen stehen schlecht, dieses blutige Katz-und-Maus-Spiel zu überleben …


In regelmäßigen Abständen kommen immer wieder qualitativ hochwertige Filme aus Südkorea zu uns und auch das Erstlingswerk von Regisseur Hong-soo Park macht da keine Ausnahme. Eigentlich thematisch gesehen im Bereich des Agenten-Thrillers angesiedelt beinhaltet die Geschichte allerdings Anleihen mehrerer Genres, so das sich im Endeffekt eine größtenteils gelungene Kombination aus Action, Thriller, Drama und Romantik ergibt, in der tiefe Emotionen ebenso ihren Platz haben wie Passagen die mit eher unterkühlten Bildern in den Vordergrund treten. In seiner Gesamtheit weiß "Silent Assassin" dabei durchgehend zu überzeugen und schafft den Spagat zwischen anfänglichem Highschool-Drama und darauf folgendem Agenten-Thriller fast schon spielerisch. Durch das jugendliche Aussehen der Hauptfigur erscheinen insbesondere die Schulszenen sehr glaubwürdig, allerdings nimmt dieser Teil der Story schon fast ein wenig zuviel der Spielanteile ein, so das die eigentliche Thematik des Filmes stellenweise etwas zu sehr in den Hintergrund gerät.

Der Kern des Ganzen bezieht sich nämlich einmal mehr auf die Konflikt-Situation zwischen Nord-und Südkorea und Hong-soo Park hat sich wirklich alle Mühe gegeben die üblichen Klischees anzuwenden, wobei Nordkorea einmal mehr als der böse kommunistische Staat aufgebaut wird. Lediglich die Hauptfigur passt nicht so ganz in das kalte-und emotionslose Bild, das dem Zuschauer hier präsentiert wird, denn der junge Myung-hoon ist trotz seiner eiskalt ausgeführten Taten ein junger Mann voller Emotionen der nur in die Rolle des Spions geschlüpft ist, um seine Schwester aus der Internierungshaft in seiner nordkoreanischen Heimat zu befreien. Und so wechselt das Geschahen dann auch immer wieder zwischen knallharter Agenten-Kost und gefühlvollen Passagen, in denen sich sogar eine kleine unterschwellige Romanze anzubahnen scheint. Das eigentliche Problem des Filmes ist dabei nur, das in den wenigsten Momenten so etwas wie ein echter Spannungsbogen zu erkennen ist, denn sämtliche Abläufe gestalten sich doch äußerst vorhersehbar.

Sicherlich wird dadurch das Gesamtbild ein wenig getrübt, doch insgesamt gesehen handelt es sich dennoch um eine größtenteils sehr stimmige Inszenierung, die ganz eindeutig vom erstklassigen Schauspiel ihres Hauptdarstellers zehren kann. Durch seine durchgehende Omnipräsenz verblassen jedoch die restlichen Figuren fast schon zu Statisten und kommen nie so ganz richtig zur Entfaltung. Gerade zum Ende hin erfahren die Ereignisse dann auch die obligatorischen dramatischen Züge, die allerdings schon ein wenig zu dick aufgetragen daher kommen. Zudem enthält das Szenario dabei keinerlei echte Überraschungsmomente, so das man in dieser Beziehung von Beginn an keine höheren Erwartungen hegen sollte. Auch wenn sich das alles jetzt im ersten Moment eher negativ anhört kann "Silent Assassin" in der Gesamtdarstellung durchaus überzeugen und bietet einen interessanten Mix aus verschiedenen Genres, die relativ gut miteinander kombiniert wurden. Ein bisschen mehr Spannung und etwas weniger Vorhersehbarkeit der Abläufe wären dennoch wünschenswert gewesen, denn dann wäre an dieser Stelle ein wirklich überragender Film heraus gekommen.

Aber auch in vorliegender Form handelt es sich immer noch um ein überdurchschnittlich gutes Regie-Debüt, das mit kleineren Mängeln behaftet dennoch äußerst empfehlenswert erscheint. Eventuell ist es der Unerfahrenheit des Regisseurs geschuldet das ein nicht noch besserer Gesamteindruck eines Filmes entstehen kann, in dem viele Dinge vortrefflich gelungen sind, aber einige Momente auch zu sehr mit Klischees beladen sind. Besonders gut hat mir persönlich Hauptdarsteller Seung Hyun Choi gefallen, der trotz seiner eiskalt ausgeführten Taten einen hohen Sympathiefaktor beim Zuschauer genießt und zum Ende hin fast selbstverständlich zum tragischen Helden aufgebaut wird. Alles zusammen genommen bekommt man also einmal mehr ein qualitativ hochwertiges Filmchen aus Südkorea präsentiert, an dem die Freunde des asiatischen Kinos definitiv ihre Freude haben dürften.


Fazit:


Hong-soo Park hat mit "Silent Assassin" einen insgesamt sehr guten Beitrag abgeliefert, der lediglich einige kleinere Mankos aufweist. Eine zu leicht zu durchschauende Geschichte und größtenteils fehlende Spannung verhindern einen besseren Gesamteindruck, der meiner persönlichen Meinung nach auf jeden Fall möglich gewesen wäre.


7/10
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