Rendel

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Rendel

Beitragvon horror1966 » 5. Dez 2017 15:49

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Rendel
(Rendel)
mit Bianca Bradey, Alina Tomnikov, Sheila Shah, Jesse Haaja, Matti Onnismaa, Enni Ojutkangas, Tero Salenius, Michael Hall, Kristofer Gummerus, Johnny Vivash
Regie: Jesse Haaja
Drehbuch: Pekka Lehtosaari / Jesse Haaja / Miika J. Norvanto / Timo Puustinen
Kamera: Tero Saikkonen
Musik: Tuomas Kantelinen
keine Jugendfreigabe
Finnland / 2017

Mikkeli, Finnland: In der Großstadt herrschen Korruption, Tod und Gewalt. Der unberechenbare Rotikka, Anführer eines gewaltbereiten Clans, hält die Zügel fest in seinen Händen. Die florierenden kriminellen Aktivitäten werden gestört, als ein maskierter Einzelgänger in der Stadt auftaucht und reihenweise Rotikkas Handlanger außer Gefecht setzt. Der Kämpfer, der sich selbst Rendel nennt, geht dabei äußerst brutal zur Sache. Kann das Team von internationalen Killern, welches von Rotikka beauftragt wird, Rendel zur Strecke bringen und seine Beweggründe herausfinden?


Wenn man von Superhelden spricht denkt man sofort an Marvel oder DC und es kommen einem Namen wie Batman, Superman, oder auch Captain America in den Sinn. Mit "Rendel" erscheint nun ein völlig neuer und bisher unbekannter Name auf der Bildfläche und der gute Mann in schwarzer Motorradkluft entspringt nicht einem der ansonsten typischen Hollywood Blockbuster. Sein Herkunftsland ist Finnland, das man doch viel eher mit einer Sauna, Rentieren, oder Skisport in Verbindung bringt, als das man diesen Teil Skandinaviens mit einem Superhelden in Verbindung bringen würde. Mit seiner ersten Regiearbeit hat sich Jesse Haaja dann auch gleich einen Kindheitstraum erfüllt und einen äußerst ambitionierten Beitrag abgeliefert, der sich etwas von den üblichen Vertretern unterscheidet. "Rendel" verfügt über keinerlei Superkräfte und die Geschichte um ihn präsentiert sich als gelungener Mix aus Action und Fantasy Einflüssen. So merkt man relativ schnell das sich hier an Vorbildern wie beispielsweise "The Punisher" und "The Crow" orientiert wird, was in der Summe für wirklich gute Unterhaltung sorgt.

Nun gestaltet sich das Ganze nicht sonderlich innovativ und bietet auch nichts was man noch nie gesehen hat, aber die enthaltenen Zutaten harmonieren sehr gut miteinander und ergeben ein größtenteils stimmiges Gesamtbild. Das Szenario präsentiert sich dabei in zwei parallel zueinander laufenden Erzählsträngen, wobei die Gegenwart immer wieder mit Flashbacks aus der nahen Vergangenheit angereichert wird. Dadurch sollen dem Zuschauer sowohl die Identität als auch die Beweggründe des Titelhelden langsam näher gebracht werden, wobei man allerdings wahrlich kein Genie sein muss um die Zusammenhänge sehr frühzeitig zu erkennen. "Rendel" gestaltet sich also durchaus vorhersehbar und beinhaltet keinerlei echte Überraschungsmomente, was dem Film insgesamt gesehen keineswegs schadet. Haaja hat nämlich mit jeder Menge Action-Passagen und Nahkämpfen dafür Sorge getragen, das zu keiner Zeit so etwas wie Langeweile aufkommen kann. Stattdessen präsentiert sich eine sehenswerte Geschichte die in erster Linie durch ihre düstere und finstere Optik zu überzeugen weiß, zudem ist das Ganze auch noch mit genau den richtigen Darstellern ausgestattet, was vor allem auf die unzähligen Bösewichter zutrifft. Rein optisch passen diese nämlich absolut erstklassig in das Geschehen hinein, handelt es sich doch in der Regel um ziemlich finster aussehende Typen.

Das Schauspiel an sich kann man als solide bezeichnen, echte Wunderdinge sollte man bei einer Produktion dieser Art jedoch nicht zwangsweise erwarten. "Rendel" selbst kann beim Betrachter eine Menge an Sympathiepunkten auf sich vereinen, denn seine Motive für den gnadenlosen Rachefeldzug sind aus menschlicher Sicht absolut nachvollziehbar. Es stimmt also sehr viel in dieser finnischen Produktion, in der man im Prinzip nur die manchmal fehlende Logik bemängeln könnte. Aus diesem Grund sind für mich persönlich auch einige im Netz veröffentlichte Kritiken nicht so ganz nachvollziehbar, in denen der Film gnadenlos zerrissen wird. Natürlich ist es immer reine Geschmackssache, aber rein objektiv betrachtet bekommt man zumindest sehr kurzweilige Unterhaltung geboten. Wie dem auch sei, mir hat dieses Werk richtig gut gefallen, wofür allein schon die unübersehbaren Anlehnungen an die weiter oben genannten Vorbilder gesorgt haben. Aufgrund dieser könnte man der Erzählung natürlich auch ihre Eigenständigkeit absprechen, was ich aber für vollkommen überzogen halten würde.

Letztendlich sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, denn "Rendel" ist definitiv ein sehenswerter Beitrag. Gerade die ziemlich weit auseinander gehenden Meinungen sollten doch Anreiz genug sein einen Blick zu riskieren und ich bin mir ziemlich sicher, das nicht gerade wenig Leute ihren Gefallen an diesem Superhelden finden werden. Action satt, eine dichte und düstere Atmosphäre und ein sympathischer Superheld sind die Stärken dieses Erstlingswerkes aus dem hohen Norden, das mit viel Herzblut und nicht zu übersehenden Ambitionen in Szene gesetzt wurde. Man merkt wirklich durchgehend das Jesse Haaja sehr viel an diesem Projekt gelegen hat, so das man auch gern einmal über die ein oder andere kleine Schwäche hinweg sehen kann.


Fazit:


Man sollte keinesfalls den Fehler machen mit den falschen Maßstäben an diesen Film heran zu gehen. Denn auch wenn es sich um eine Art Superheldenfilm handelt, unterscheidet sich dieser ganz erheblich von den ansonsten üblichen Produktionen aus der Traumfabrik Hollywood. Gerade das macht dieses Werk aber so ungemein sympathisch und gleichzeitig bekommt Finnland dadurch auch gleich noch seinen ersten Superhelden.


7/10
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Re: Rendel

Beitragvon DriesVanHegen » 5. Dez 2017 17:54

Der soll ja durchaus besch...eiden sein :?
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DriesVanHegen
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Re: Rendel

Beitragvon horror1966 » 8. Dez 2017 13:09

Kritik ist drin
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