Mad Max: Fury Road

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Mad Max: Fury Road

Beitragvon MiamiVIP » 24. Mai 2015 06:55

Bild

Originaltitel: Mad Max: Fury Road

Herstellungsland: Australien

Erscheinungsjahr: 2015

Regie: George Miller

Darsteller:

Tom Hardy
Charlize Theron
Nicholas Hoult
Zoë Kravitz
Rosie Huntington-Whiteley
Riley Keough
Nathan Jones
Megan Gale
Hugh Keays-Byrne
Josh Helman
Debra Ades
Abbey Lee

Freigabe: FSK 16

Laufzeit:
ca. 120 Min.

Story:

Bei seinen Reisen durch die postapokalyptische Ödnis der Zukunft wird Max Rockatansky (Tom Hardy) von den Schergen des Warlords Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) gefangen genommen und als lebende Blutkonserve für den schwerkranken Krieger Nux (Nicholas Hoult) verwendet. Als Imperator Furiosa (Charlize Theron), eine wichtige Handlangerin Joes, den Herrscher hintergeht, indem sie seine fünf Frauen befreit und während einer Handelsmission mit ihnen an Bord ihres Kriegslasters flieht, ruft der Warlord sein Heer zur Verfolgung auf. Zu den Kriegern gehört auch Nux, der Max zur Blutversorgung an seinen Wagen schnallt. Doch während des ersten Gefechts zwischen Joes Leuten und Furiosa kann sich Max befreien und bildet von da eine Zweckgemeinschaft mit Furiosa und den Frauen, während sie weiter unerbittlich von den Truppen Joes gejagt werden...

ofdb.de


Kritik:

Ganze 30 Jahre nach dem letzten Mad Max Abenteuer, kommt der Pionier des Endzeit Kinos endlich wieder auf die große Leindwand. Kein gutes Omen, wenn man diese ewige Hollywood Entwicklungshölle nur einmal mit dem letzten Indiana Jones vergleicht, der auch ganze 25 Jahre brauchte, und schließlich mehr ein Werk der Schande, als alles andere darstellte. Im Allgemeinen kommen Fortsetzungen der alten Klassiker im heutigen Zeitalter ohnehin viel zu spät und in den meisten der Fälle bestätigt eben auch leider die Ausnahme nicht die Regel. Glücklicherweise trifft dies alles auf "Mad Max: Fury Road" nicht zu, denn die altbewährten Mixturen von George Miller schlagen wieder voll ein!

In Anbetracht dessen, das der Film nicht nur eine Ewigkeit gebraucht hat, um überhaupt das Licht der Welt zu erblicken, hatte auch die Produktion mit katastrophalen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eigentlich sollten die Dreharbeiten schon 2011 beginnen, doch das Setting im australischen Outback wurde damals von heftigen Regenschauern ruiniert. Ganze 2 Jahre wartete man vergeblich auf bessere Bodenverhältnisse, die nicht einkehren wollten, so das man schließlich die Dreharbeiten nach Namibia in Afrika verlegte. Außerdem wurde noch der ohnehin schon maßlos gestreckte Zeitplan, inklusive 3-Wöchiger Nachdreharbeiten, sowie das Budget enorm überschritten, so das es schon ein kleines Wunder darstellt, Max Max überhaupt nochmal im Kino erleben zu dürfen.

Da erwies sich die Suche nach einem neuen Hauptdarsteller eher weniger problematisch. Tom Hardy ist da sicherlich eine attraktive Wahl, denn das Erbe von Mel Gibson hätte auch deutlich daneben gehen können. Vom einst geplanten und maßlos überhypten Heath Ledger, bishin zu den üblichen Hollyfuck Standard Milchfressen und Schönlingen des metrosexuellen Zeitalters. Wäre "Mad Max: Fury Road" noch zu Lebzeiten des Erstgenannten entstanden, hätte man den Film schon von vorne herein nicht mehr ernst nehmen können und die Katastrophe wäre perfekt gewesen. Ich weiß nicht welchen Teufel George Miller bei diesem ehemaligen Besetzungswunsch geritten hat, daher seien wir froh, das wir schließlich mit Tom Hardy einen Darsteller mit Star Qualitäten bekommen haben und der Film noch einige Jahre "aufgeschoben" wurde. Eine bessere Wahl wäre mir per se auch nicht einfallen, denn es gestaltet sich immer schwierig bishin zu ganz unmöglich, gewisse Ikonen der alten Zeit (Im vorliegenden Fall Mel Gibson) zu ersetzen. Tom Hardy weiß aber in seinem Mad Max Debüt zu überzeugen und das musste er auch! Nicht nur um die Fans zu befriedigen, sondern auch des dünnen/Null Handlungspfaden willen, den "Mad Max: Fury Road" hat eigentlich überhaupt garkeine Geschichte zu erzählen. Das ganze Szenario entspricht eher einer Vollgas-Action-Oper, die bis zum Anschlag over the Top inszeniert wurde. Das was wir schon 1981 in den letzten 40 Minuten in "Mad Max the Road Warrior" gesehen haben, streckt George Miller diesmal quasi über ganze 2 Stunden, mit nur wenigen Ruhephasen.

Ein Actionfeuerwerk in dem es nur darum geht, von A nach B zu kommen, mit einer ganzen Armee der altbekannten und kuriosen Fahrzeugen im Rücken. Schließlich hat die gute Furiosa (Charlize Theron) dem Wüsten Warlord "Immortan Joe" (Kurios: Hugh Keays-Byrne spielte schon den Bösewicht Toucutter im ersten Mad Max) seine 5 "Brutkästen" gestohlen und flüchtet mit einem Panzer Truck in die Wüste. Und wie der Zufall es so will, gelangt auch Max später unfreiwillig an Bord, den Beide haben den gleichen Feind. Während Max die Flucht aus den Klauen der Schergen gelingt, denen er zu Beginn des Films in die Hände fällt, versucht Furiosa die Frauen in Sicherheit zu bringen, die hier nur noch vom Immortan Joe Clan gezwungenermaßen als Nachwuchsproduzentinnen agieren.
Mehr steckt auch schon garnicht dahinter. Wahrlich kein Wunder, da es kurioserweise überhaupt kein Drehbuch gab, aber vom Regisseur auch so gewollt gewesen ist. George Miller nutze lediglich eine sehr genau detaillierte Szenenabfolge, in der Dialoge kaum eine Rolle spielen oder meist nur improvisiert wurden. Hier wird oftmals nur das nötigste geknurrt, gegrunzt oder gebrüllt. Miller zeigt somit auf, das in der Endzeit Apokalypse kein Platz mehr für zivilisierte Worte oder Handeln ist. Hier geht es nur noch ums nackte überleben, Herrschen oder beherrscht werden, Widerstand und Freiheitsdrang. Jene Taktik erweist sich allerdings nicht immer so clever, wie sie im ersten Moment klingt, denn trotz Non-Stop Action fehlt "Mad Max: Fury Road" einfach einwenig die Substanz, was zweifelsfrei an der nicht vorhandenen Story liegt.

Zum Glück weiß der Regisseur dieses Manko über weite Strecken zu retuschieren, auch wenn ihm hier und da einige Schönheitsfehler unterlaufen. Der erste Fluchtversuch von Max aus dem Lager von Immortan Joe ist einfach viel zu hektisch in Szene gesetzt und auch die Flashbacks zu früheren Ereignissen spult Miller zu unbeholfen und abrupt ab, so das er diese besser lieber ganz weggelassen hätte. Sonst gibt es aber recht wenig zu meckern, denn in allen anderen Details hat man enormen Einfallsreichtum bewiesen. Die ominösen Vehikel sind nämlich großartig und mit ganz viel Liebe zum Detail inzeniert. Hier ist von den Stachelbewehrten Fahrzeugen, bis hin zu aufgemotzen Baggern und Panzern, die oberhalb der Ketten mit Karosserien von Cadilacs überzogen sind wirklich alles vertreten. Und genauso kurioser wird jeder neue Versuch, Furiosas Truck zu stoppen oder gar zu entern, denn was hier nach und nach so aufgefahren wird, hat man in noch keinem Mad Max Film gesehen. Dabei ziehen selbst in der Endzeit noch alle mit (im übertragenen Sinne) Pauken und Trompeten in die Schlacht, denn auf einem weiteren irren Gefährt, sind mehrere Kriegstrommeln montiert, sowie ein Bad Ass mit Flammenwerfer E-Gitarre (!), auf der er vor der Motorhaube, in einem kleinen Podest, feurige Riffs spuckt. All jene und noch weitere verrückte, aber dennoch insich sehr geniale Einfälle, gibt es hier zu bewundern.

Sehr gelungen ist auch der schon zuvor mehrmals erwähnte Warlord. Immortan Joe verkommt hier zum totalen Wüsten Darth Vader. Mit seiner Zähnefletschenden und mit Schläuchen gespickten Atem Maske stellt er noch ein weitaus krasseres Gegenstück zum großen Humungus aus "Mad Max the Road Warrior" dar und ist insgesamt auch der furchteinflössenste Schurke im Mad Max Franchise geworden.
Charlize Theron hat mich sehr positiv überrascht. Die einarmige Amazone die sie hier wirklich grandios verkörpert, hätte ich ihr nicht mal im entferntesten zugetraut und harmoniert verdammt gut mit Tom Hardy, der als Max aber nicht wirklich der Mittelpunkt des Geschehens ist. Viel mehr liegt der Fokus auf die Daueraction und die Präsenz zwischen Furiosa, Max und Immortan Joe, denn alle anderen Protagonisten kommen hier entweder nur als brüllende Schergen weg, die nach und nach auf elegante Weise, zwischen viel herumwirbelnden Blech den Löffel abgeben dürfen, oder als noch mehr unbedeutende und heulende Damen, die zwar irgendwo der Auslöser für das komplette Geschehen darstellen, aber sonst auch nicht das Geringste zu sagen haben.

Visuell kann "Mad Max: Fury Road" ein weiteres mal punkten. Die blutrote Optik bei Tageslicht und die Chrom-Blauen Nachtszenen sind ein wahrer Augenschmaus, die nur noch getoppt werden durch die sensationelle Sandsturm Sequenz, wo natürlich auch noch mitten durch gebrettert wird. Letztendlich gibt es das Ganze dann auch noch in 3D zu genießen, wovon man allerdings nicht allzuviel erwarten sollte. Denn leider handelt es sich hier nur um eine 3D Konvertierung. Ein echter Dreh in 3D hätte wohl alle ohnehin schon überzogenen Budget Kosten noch einmal gesprengt und wäre somit so oder so nicht möglich gewesen.


Fazit:

George Miller überrascht alle Fans der alten Schule. Wenn alle Fortsetzungen alter Klassiker im heutigen Zeitalter zumindest ähnlich gekonnt angegangen worden wären, hätte auch so manche Neuzeit Gurke seine Daseinsberechtigung, denn was der Regisseur hier abliefert sind trotz einigen Mängeln (keine wirkliche Story, kleine Schönheitsfehler, kein echtes 3D) dennoch genau die Mixturen vorhanden, auf die es ankommt und die man in einem Mad Max Film sehen will. Wer Retro Kino macht oder fortsetzt, muss auch völlig Retro sein. Somit ist "Mad Max: Fury Road" wirklich großartig geworden. Bei den gegebenen Grundvoraussetzungen und der heutigen Zeit, hätten das wohl die wenigsten für möglich gehalten. Mit wahnsinnig viel Liebe zum Detail und enormen Einfallsreichtung ist der nun mittlerweile 4te Teil, eine so explosive Retro Granate, wie sie nur sein kann. Der Film ist alles in allem ein richtiges Brett und eine weitere Bereicherung im Franchise, denn den im großen und ganzen misslungenen "Mainstream Max beyond Thunderdome" von 1985, hat "Fury Road" mehr als 3 mal ausgebügelt. Wenn hier wirklich eine neue Trilogie erscheint, hoffe ich doch sehr, das man damit nicht allzulange warten wird, denn George Miller ist mittlerweile in einem Alter angekommen, wo es fraglich erscheint, das der alte Mad Max Schöpfer seine Reihe noch auf ganze 6 Filme bringt. Abzuwarten bleibt noch, was die 3D Version zu bieten hat, vielleicht überrascht uns diese ja auch nochmal. Unverhofft kommt oft.

Bewertung: 8/10 V8 Motoren ;-)
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon Blacky von Adder » 24. Mai 2015 09:33

Hab mir den Streifen gegeben und kann das positive Urteil zwar aus Sicht moderner Seh-Gewohnheiten bestätigen, aber ein Wahnsinnsritt wie anno dazumal die Original Teile war es nit mehr.
Das 3D fand ich persönlich nit gut. Hatte eine zwar tolle Tiefenwirkung, aber ich hasse diesen Technik Schnickschnack einfach. Sowas braucht kein Mensch!
Adrenalin-Junkies kommen aber auf ihren Trip.
Kaum Dialoge -->um die harten Neuzeit Buben beim Schauen geistig nit zu überfordern, und kaum CGI (jedenfalls fiel es mir nit groß auf).
Aber mit Tom Hardy komme ich einfach nit klar...Das ist ein schrecklicher Max. Kein hübscher Bube wie einst Mel.
Immer diese häßlichen Visagen heutzutage....Nee nee.
Ansonsten bleibt nit viel zu sagen mehr für mich...Kann man gucken...Aber ähnlich wie beim Avengers Aufguss läßt mich das gesehene kalt.
Gute 5 Pkt aus Sicht heutiger Film-Standards.
Blacky von Adder
 

Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon MiamiVIP » 25. Mai 2015 11:53

Blacky von Adder hat geschrieben:Aber mit Tom Hardy komme ich einfach nit klar...Das ist ein schrecklicher Max. Kein hübscher Bube wie einst Mel.
Immer diese häßlichen Visagen heutzutage....Nee nee.


Das is wieder so ne typische Frauen Antwort. :boys_lol:
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon dude-1984 » 1. Sep 2015 11:56

der actionkracher des jahres für mich!

handmade klapperkistenaction gepaart mit sehr guten cgi & nonstop action von anfang bis ende!

und auch hier für mich mal wiedern beweis dasn neuanfang nicht verkehrt sein muss, fand den hier sogar noch besser als die alten filme.

ok, ob hardy mitspielt oder nich, wäre auch egal gewesen den seine leistung hätte auch jeder andere vollbringen könn' aber das der film von anfang an das erreicht was viele artverwandte nich erreichten , ist anerkennungswürdig.


da hat miller nach ewigkeiten wiedern brett ausm hut gezaubert und part 2 darf kommen aber zz !!!
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon trebanator » 1. Sep 2015 13:54

... Will ich auch ma schnell gucken, wenn die blu hier eintrudelt
... He, who makes a Beast of himself , get`s rid of the pain of being a human !
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon DriesVanHegen » 1. Sep 2015 18:34

Hardy hierfür in den Himmel loben, würde ich auch nicht. Zumal man mit böser Zunge behaupten kann, es handelt sich hierbei um einen durch und durch feministischen Film :mrgreen:
Frauen fahren dicke Trucks, Frauen reparieren dicke Trucks, Frauen machen böse Buben kalt, ohne mit der Wimper zu zucken.
Wenn man so will, eine deutlich andere Interpretation bzw. müsste der Titel des Filmes nicht unbedingt MAD MAX lauten.
Aber genug gescherzt: die Action ist super, die Kampfchoreos sind teilweise grandios und erinnern fast eher an eine Ballettshow, so filigran waren sie fast inszeniert.
Ansonsten bildgewaltig (Sandsturm & Panoramen!) und eine wirklich super Mischung aus echten Stunts und CGI!
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon horror1966 » 25. Sep 2015 15:23

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Mad Max: Fury Road
(Mad Max: Fury Road)
mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Nathan Jones, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abbey Lee, Courtney Eaton, John Howard, Richard Carter, Angus Sampson
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller / Brendan McCarthy / Nick Lathouris
Kamera: John Seale
Musik: Junkie XL
FSK 16
Australien / USA / 2015

Die traumatische Erinnerung an die Vergangenheit will Max Rockatansky nicht loslassen, weshalb er es vorzieht, auf eigene Faust und alleine durch eine Welt nach jeglicher Zivilisation zu ziehen. Widerwillig muss er gemeinsame Sache machen mit einer Gruppe von Überlebenden unter Führung von Furiosa, die in einem eigenen Panzerwagen durch die Einöde steuert. Sie werden gejagt von einem Trupp Wilder, der von Immortan Joe befehligt wird: Er will etwas zurückbekommen. Und dafür sind ihm alle Mittel Recht.


Mit seiner ursprünglichen Mad Max Trilogie hat Regisseur George Miller ganz sicher Filmgeschichte geschrieben und gleichzeitig dem damals sehr jungen Mel Gibson den Weg zum Weltstar geebnet. Genau drei Jahrzehnte nach dem bisher letzten Teil "Jenseits der Donnerkuppel" meldet sich Miller nun mit "Mad Max: Fury Road" fulminant zurück und präsentiert dabei ein wahres Action Spektakel, das für Freunde des Genres im Prinzip keinerlei Wünsche offen lässt. Dabei konnte man doch bei der Ankündigung einer Fortsetzung der Reihe nach einem so langen Zeitraum durchaus skeptisch sein, wobei sicherlich die Frage nach einem würdigen Nachfolger Mel Gibsons im Vordergrund stand. Immerhin hat der Darsteller diese Filme geprägt und zu ihrem berechtigten Kultstatus verholfen, der auch in der heutigen Zeit ungebrochen ist. Mit Tom Hardy in der Hauptrolle hat man jedoch die genau richtige Wahl getroffen und hätte das Erbe von Max Rockatansky sicherlich weitaus schlechter besetzen können. Zwar entfaltet der Mime meiner persönlichen Meinung nach nicht ganz die Ausstrahlung und das Charisma eines Mel Gibson, doch je länger der vorliegende Film dauert, desto mehr Sympathiewerte kann Hardy im Laufe der Zeit für sich verbuchen.

War "Mad Max" im Jahr 1979 mit einem Budget von gerade einmal 650.000 $ eine absolute Low Budget Produktion, so liegen "Fury Road" satte 150.000.000 $ zu Grunde, was ganz eindeutig aufzeigt, das es sich hier um einen echten Mega Blockbuster handelt. Aufgrund dieses Aspektes könnte nun schnell der Eindruck entstehen, das die Geschichte zu sehr auf Hochglanz poliert wurde, um dadurch natürlich das breite Mainstream Publikum anzusprechen. Und natürlich ist der neue Mad Max auf eine gewisse Art und Weise Mainstream, dennoch ist es Miller gleichzeitig erstaunlich gut gelungen, die ehemaligen Stärken der Reihe auch in seinen neuesten Streich zu transportieren. So ist hier beispielsweise auch diese wunderbare und postapokalyptische Atmosphäre eingefangen worden, die schon die Ur-Filme so dermaßen ausgezeichnet hat. Verändert haben sich selbstverständlich die vorhandenen Effekte, denn streckenweise wird man hier mit einem echten Gewitter konfrontiert, wobei die Qualität der SFX absolut hervorstechend ist.Ganz generell entpuppt sich "Mad Max: Fury Road" als absolutes Spektakel, offenbart sich dem Betrachter doch von der ersten bis zur letzten Minute ein Szenario, das vor Tempo und Aktionismus regelrecht überquillt.

So etwas sorgt in der Regel dafür, das die Geschichte an sich nicht sonderlich viel hergibt und auch in vorliegendem Fall ist an dieser Stelle der eventuell einzige negative Kritikpunkt anzubringen. Wer nämlich eine ausgefeilte Story erwartet geht mit falschen Erwartungen an diesen Film heran. Stattdessen bekommt man viel eher eine nicht sonderlich substanzielle Rahmenhandlung angeboten, die andererseits aber auch vollkommen ausreichend erscheint, um das dargebotene Festival der Action würdig zu umrahmen. George Miller lässt in seiner Erzählung nämlich von der ersten Minute an keinen Zweifel daran, das die inhaltliche Tiefe seiner Erzählung nicht unbedingt im Vordergrund steht, sondern vielmehr als nette Ummantelung für einen Action Kracher darstellt, der von Anfang bis zum Ende bestens zu unterhalten weiß. Hier handelt es sich praktisch um eine knapp zwei Stunden andauernde und extrem temporeiche Verfolgungsjagd, während der man sich manchmal fast schon eine kleinere Verschnaufpause wünscht, um endlich einmal Luft holen zu können. Diese Phasen sind allerdings kaum vorhanden, denn immer wenn man sich einmal entspannt zurücklehnen will, zieht das Tempo der Abläufe auch gleich wieder mächtig an. So könnte man "Mad Max: Fury Road" dann auch ohne Weiteres als echte Adrenalin Bombe bezeichnen, in der sich die bildgewaltigen Action Sequenzen quasi die Klinke in die Hand geben.

Auch ein weiterer und nicht gerade unwesentlicher Bestandteil der Ur-Trilogie wurde beibehalten, denn auch in dieser Fortsetzung bekommt man wieder eine Menge aufgemotzter und teils skurriler Fahrzeuge geboten und gleichzeitig präsentieren sich ebenso grotesk anmutende Figuren. Aufgrund des hohen Budgets ist die Auswahl in vorliegendem Fall allerdings um ein Vielfaches höher, da man sichtlich aus dem Vollen schöpfen konnte. Insgesamt gesehen handelt es sich also um eine äußerst gelungene Fortsetzung, die aber vielleicht nicht ganz den Charme der ersten drei Teile beinhaltet. Dennoch hat Miller einen absolut würdigen Nachfolger kreiert, der einerseits viele Stärken der Originale beinhaltet, andererseits aber auch die nötigen Zutaten für eine Verfilmung der heutigen Zeit inne hat. Die dadurch entstandene Mixtur ist in fast jedem Punkt überzeugend, denn einzig und allein die etwas ausgedünnte Handlung könnte manch einen dazu verleiten, seine Bewertung etwas tiefer anzusetzen. Ansonsten gibt es nämlich nichts zu kritisieren, da auch die Darsteller mit guten Leistungen aufwarten können. An dieser Stelle sollte man allerdings auch fairerweise anmerken, das fast ausschließlich die Performances der beiden Hauptdarsteller Tom Hardy und Charlize Theron hervorzuheben sind, da sämtliche anderen Akteure nicht über den Status einer notwendigen Nebenrolle hinaus kommen. Da dieser Aspekt jedoch auch in den vorherigen Filmen zum Ausdruck gekommen ist, dürfte er nicht weiter stören und fällt so keinesfalls negativ ins Gewicht.


Fazit:


Man kann wohl ohne Übertreibung behaupten, das sich George Miller mit "Mad Max: Fury Road" furios zurück gemeldet hat und einen Action Kracher der Superlative präsentiert. Wenn man unzähligen anderen Genre Vertretern gern einmal etwas mehr Tempo und Action gewünscht hätte, so vermisst man hier fast schon einige, kleinere Ruhephasen. Der neue Mad Max ist allerdings ein echtes Brett und dürfte den geneigten Fan absolut begeistern, so das man über weitere Fortsetzungen in dieser Qualität ganz bestimmt mehr als dankbar wäre.


9/10
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 25. Sep 2015 20:02

Das 3D Steel hab ich verpasst und die Wucherpreise zahl ich net.
40€ die ham den Arsch offen.
Hol ich mir irgendwann , vielleicht dann auch nur 2D Steel.
Hätte nur lieber das 3D Steel ,weil es ein sehr viel schöneres Cover hat!
Die 3D Disc juckt mich nicht.
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon OpFeRmEtZgEr » 6. Dez 2015 19:46

Also mich hat der Film jetzt nicht begeistert.
Klar,die Optik is 1A ,aber es ist rein garnix hängengeblieben vom Film.
Quasi als hätte man ein Musikvideo geguckt.
Die Figur des Mad Max is zu nem austauschbarem Nebendarsteller verkommen und
die Handlung hat sich jemand beim kacken ausgedacht.
Ich kauf mir den jedenfalls nicht,die Zeiten sind vorbei wo jeder 0815 Actionmurks gekauft wird.
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Re: Mad Max: Fury Road

Beitragvon horror1966 » 6. Dez 2015 19:51

In Sachen Story macht der auch nicht viel eher, aber dafür ist es ein ordentliches Action Brett.
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