Fist of God

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Fist of God

Beitragvon horror1966 » 1. Mär 2016 15:50

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Fist of God - Sie werden für seine Sünden büßen
(Redeemer)
mit Marko Zaror, José Luís Mósca, Loreto Aravena, Mauricio Diocares, Noah Segan, Smirnow Boris, Otilio Castro, Nuñez Nelson, Mauricio Raab Sanz, Pablo Raab Sanz
Regie: Ernesto Díaz Espinoza
Drehbuch: Ernesto Díaz Espinoza / Gina Aguad / Diego Ayala
Kamera: Nicolás Ibieta
Musik: Rocco
keine Jugendfreigabe
Chile / 2014

Der ehemalige Auftragskiller Pardo hat auf ganz eigene Art und Weise zu Gott gefunden. Jeden Tag, den Pardo überlebt, nutzt er, um arme und schwache Menschen zu beschützen. Gleichzeitig hat er sich ein Ziel gesetzt. Er will die kriminelle Organisation zur Strecke bringen, für die er einst gearbeitet hat und für die Frau sorgen, die in sein Leben getreten ist.


Der chilenische Schauspieler Marko Zaror konnte bisher schon in mehreren Produktionen unter Beweis stellen, das er im Bereich der Martial Art Action nicht zu den schlechtesten Akteuren seiner Zunft zählt. Nachdem er bisher in den meisten seiner Filmen eher in einer Nebenrolle zu sehen war, darf er nun im vorliegenden "Fist of God" auch einmal in die Hauptrolle schlüpfen. Dabei mimt er einen ehemaligen Auftragskiller der zu Gott gefunden hat und nun den schwachen und unterdrückten Menschen zur Seite steht. Die Geschichte um den sogenannten "Erlöser" gestaltet sich dabei nicht sonderlich innovativ, reicht dabei aber völlig aus, um dem Zuschauer einen wirklich ordentlichen B-Actioner zu präsentieren, der seine Stärken ganz eindeutig in seinen Action Passagen hat, die größtenteils richtig gut in Szene gesetzt wurden. Ernesto Díaz Espinoza, der schon bei seinen Filmen "Mirage Man Kick Ass" und "Mandrill" mit Zaror zusammen gearbeitet hat setzt hier auf eine eher ruhige Erzählweise, die er zudem mit relativ wenigen Dialogen ausgestattet hat. Lediglich in den Action Sequenzen zieht ein höheres Tempo in das Geschehen ein, was gleichzeitig auch die Intensität der Abläufe um ein Vielfaches erhöht.

Das mag nicht jeden Geschmack treffen, doch insbesondere die stillen Phasen des Filmes unterstreichen auch die innere Gefühlswelt des ehemaligen Killers. Dieser wird nämlich immer wieder von Träumen heimgesucht, in denen der Regisseur gleichzeitig auch die vergangenen Geschehnisse serviert, die zu der Wandlung von Pardo geführt haben. In der Summe wirkt die Story dadurch manchmal etwas zerstückelt, so das der Erzählfluss ab und zu ein wenig ins Stocken gerät. Dennoch gestaltet sich das Ganze durchgehend äußerst kurzweilig, denn schließlich sind die für einen Actionfilm wichtigen Stellen absolut sehenswert in Szene gesetzt worden. Da kann man als Fan des Genres auch schon einmal ein Auge zudrücken, außerdem ist es wohl auch eher selten der Fall, das Werke dieser Machart sämtliche filmischen Komponenten erstklassig ausfüllen.

Und so muss man auch bei "Fist of God" diverse Abstriche machen, so ist beispielsweise das dargebrachte Schauspiel der Akteure nicht unbedingt in schwindelerregenden Höhen angesiedelt. Während manche der Protagonisten durch extremes Overacting ins Auge fallen, zeichnen sich andere Charaktere wiederum durch eher hölzerne Performances aus. Dafür bekommt man jedoch bei den Kampf Choreografien wirklich sehenswertes geboten, was sich insbesondere im letzten Drittel der Geschichte ganz besonders bemerkbar macht. Zu Beginn bekommt es der gute Pardo nämlich eher mit ungeübten Kämpfern zu tun, die von der ersten Sekunde an keinerlei Chance gegen ihn haben. Erst mit zunehmender Laufzeit steigert sich die Qualität der Gegner, was sich fast selbstredend auch in der Qualität der Fights niederschlägt.

Letztendlich handelt es sich bei "Fist of God" auf keinen Fall um ein filmisches Meisterwerk, aber als gelungener B-Actioner ist diese chilenische Produktion auf jeden Fall einzuordnen. In den wesentlichen Momenten äußerst gut inszeniert, besitzt der Film im Bereich des Spannungsaufbaus und im Erzählfluss diverse Schwächen. Außerdem hätte man den Ereignissen auch durchaus ein wenig mehr inhaltlichen Tiefgang verleihen können, denn das Potential dazu liegt durch die Vorgeschichte von Pardo definitiv vor. Die eingefügten Flashbacks kratzen aber leider nur an der Oberfläche, so das in dieser Beziehung weitaus mehr möglich gewesen wäre. Trotz der genannten Defizite präsentiert sich aber immer noch ein absolut sehenswerter Film, der allerdings mit etwas mehr Liebe zum Detail noch um einiges stimmiger hätte sein können. Wie dem aber auch sei, für Freunde des B-Actionfilms kann man ohne Weiteres eine Empfehlung aussprechen, denn "Fist of God" ist weitaus besser geraten als so manch anderer Genre Beitrag.


Fazit:


In der Gesamtbetrachtung kommt man trotz einiger Mankos immer noch zu einem überdurchschnittlichen Eindruck, wobei dies aber hauptsächlich aus der Sichtweise des Action Fans zu betrachten ist. Freunde eines cineastischen Hochgenusses werden weniger auf ihre Kosten kommen, denn dafür wurde an einigen Stellen zu viel Potential verschenkt.


7/10
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horror1966
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Re: Fist of God

Beitragvon horror1966 » 2. Mär 2016 16:33

Kritik ist drin
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horror1966
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